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Meine wundervolle Alpaka-Tour

Es ist gar nicht so lange her, da gab es bei uns in der Stadt ein kleines Stadtgartenfest – im Grund nicht der Rede wert: ein Fest im Park, so wie es das auch in vielen anderen Städten gibt. Zugegebenermaßen bin ich auch kein Freund von solchen Festen (oder generell von Festen) und bin nur durch meinen Teehändler (Danke, Danke, Danke <3) darauf aufmerksam geworden. Hingegangen bin ich auch nur aus zwei Gründen: Ich bin noch relativ neu in der Stadt und war noch nie in unserem Stadtgarten und der zweite (und wohl der definitiv überzeugendere) Grund: auf dem Flyer, den mir besagter Teehändler in die Hand gedrückt hat (nochmal: DANKE <3) stand etwas von Alapakatour. Alapakatour? Bei so etwas werde ich ja recht schnell hellhörig. Als das Fest dann näher rückte, hatte ich immer weniger Lust .. jaja, Alpakas, schön und gut, aber es wird waaaarm und das kostet bestimmt mein halbes Jahresgehalt und bestimmt läuft man einfach nur einem Typi mit einem Alapaka hinterher .. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich noch nie in meinem Leben so falsch gelegen habe!
Selbstverständlich ist man nicht nur einem Typi mit einem Alpaka hinterher gedackelt (Alapaks ohne ihre Herde laufen lassen?! Also bitte!) sondern man ist zusammen mit Daniel und weiteren Alpakafans und einem eigenen Alpaka an der Leine einmal durch den Stadtgarten gelaufen – mit viel Zeit zum Streicheln, Fotos machen und Lernen. Oh, Freunde, das war wirklich eine ganz tolle Erfahrung – die im Übrigen kostenfrei war; mein Pessimismus kann schon sehr anstrengend sein.
Zuhause angekommen, habe ich direkt beschlossen, dass ich nochmal so eine Alpakatour machen möchte – in lang und ausgiebig – ich hab mich also sofort an den PC gesetzt und eine Tour für ein halbes Jahr später (wenn die Alpakas wieder richtig, richtig flauschig sind) gebucht. Zusammen mit Herr Ehemann. Das Warten hatte begonnen.

Alles Warten hat ein Ende – für mich und meinen Mann war es am 22. Oktober so weit – das war der Tag. Der Tag an dem wir endlich die süßen Alpakas wieder sehen (ich hatte mich bei der Mini-Tour im Frühjahr schrecklich in „mein“ Alapaka Nelson verliebt..!) und eine richtige Tour machen können, mit allem drum und dran und in voller Länge. 
Ich war wirklich sehr aufgeregt und voller Vorfreude – schließlich ist Daniels kleine (und sehr zauberhafte) Farm in Castrop-Rauxel ; kein Name der Alpakas, Wälder, Felder und Wiesen verspricht – aber auch hier sollte der Pessimist in mir lernen, endlich seine Schnute zu halten.
Bei Daniel und seinen ehrenamtlichen Helfern angekommen gibt es zunächst Getränke aufs Haus, ein bisschen Small Talk und in mir drängt sich der Gedanke auf, dass ich womöglich falsch angezogen bin – ich sehe eher nach kleinem Spaziergang auf befestigten Wegen aus (Stiefelleten ohne Profil und Wollpulli) als nach Trekkingtour wie alle anderen (Wanderschuhe, Windjacken) und auf meinem Weg zum stillen Örtchen bestätigt sich das Ganze auch; ich bin schwer damit beschäftigt nicht zu fallen – der verdammte Regen!
Sämtliche Sorgen verziehen sich sehr schnell – genauso wie der Regen. Pünktlich geht es es los zu den Alpakas, die auf dem Grundstück frei herum laufen und selbst entscheiden wohin sie wollen. Es beginnt mit einem kleinen Grundkurs im Alpaka-Anleinen (schade, dass das nie ein Schulfach war..) – und wenn das geschafft ist (leichter als gedacht) bleibt man erstmal mit den anderen Teilnehmern im Gehege bei seinem Alpaka (NELSON!) bis jedes Tierchen an der Leine ist. Dann geht es auch schon los.
Zusammen mit den Alpakas, den anderen Teilnehmern, Daniel und seinen Helfern zieht man zwei Stunden lang überwiegend auf unbefestigten Wegen durch Felder und Wälder – durch eine wirklich atemberaubend schöne Natur von der ich NIE gedacht hätte sie mitten im Ruhrgebiet so vorzufinden. Es geht wirklich durch Matsch, durch den Wald und ab und an zu einer Wiese (Snackpause für die Alpakas) und zu einem Klo (Alpakas pinkeln an einem gemeinsamen Ort). Währenddessen kann man sein Alpaka streicheln oder mit ihm rennen oder einfach nur dieses friedliche Wesen genießen.

Ich will nicht zu viel von den Orten erzählen an denen die kleine Karawane langzieht und ich will nicht zu viel vorwegnehmen – für mich persönlich war das ein ganz magisches Erlebnis und – man hört doch auch nicht gerne, was man zum Geburtstag bekommt. Nur eines noch: es fühlt sich nicht nach Ruhrgebiet an, es fühlt sich mehr nach Urlaub auf dem Land an.


Die Helfer und Daniel laufen die ganze Zeit mit und man hat die Möglichkeit Fragen über Fragen zu stellen – zu allen möglichen Themen oder einfach so ein wenig zu plaudern. Das wirkt (und ist) auch kein bisschen gezwungen oder angespannt, jeder hat für sich die Möglichkeit allein zu bleiben oder zu reden – oder beides. Man hat einerseits die liebevolle Begleitung und andererseits die fachliche Kompetenz (ok, ok, das ist echt ein wenig zu … wissenschaftlich.).
Ich hatte zu keiner Zeit den Eindruck zu nervig mit meinen Fragen zu sein oder nur ein Teil des Jobs (vor allem weil die Alpakafarm ein Hobby ist und mit den Toureinnahmen die laufenden Kosten gedeckt werden) zu sein. Im Grunde war es ein sehr ruhiges Gefühl, auch weil die Tiere selbst ruhig sind und Ruhe verlangen.
Es ist quasi unmöglich selbst gestresst, angespannt, wütend oder traurig zu sein – sobald man diese putzigen Tiere sieht – mit ihrer coolen Gangart und den witzigen Geräuschen – entspannt man sich. Tiere haben immer etwas beruhigendes und tröstendes, aber Alpakas fordern die Ruhe auch ein. Hektische Bewegungen, plötzliches Schreien (aus welchem Grund auch immer..) gehen nicht. Mein Alpaka (erwähnte ich, dass es Nelson heißt?) hat sich beispielsweise einmal erschrocken, weil etwas Laub vom Baum auf seinen Kopf gefallen ist – Hektik ist also vollkommen Fehl am Platz.
Während der gesamten Tour ist man also in Bewegung und bekommt was für alle Sinne – ein Kurzurlaub für die Seele. Schon alleine, weil sich das Alpaka nach einigen Minuten an einen gewöhnt hat und ein wenig Vertrauen (ein itzibitziminibisschen) sehr schnell da ist. Ich könnte ewig weiter schwärmen!
Leider geht auch der schnellste Urlaub wieder vorbei und viel zu schnell (subjektiv) ist man wieder an der Farm und muss sein Alpaka gehen lassen – vor, während und nach der Tour gibt es viele kleine und einige große Highlights (die ich natürlich nicht verrate, oder liest du das letzte Kapitel eines Buches am Anfang?!) und am Ende sitzt man zusammen mit allen anderen draußen auf einer sehr gemütlichen Sitzecke bei Kaffe und Apfelsaft. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl nicht erwünscht zu sein und auch am Ende hatte ich nicht den Eindruck, dass ich jetzt gehen sollte – viel mehr hat sich in mir dieses wohlige „Ich -möchte-auch-ein-Alpaka“-Gefühl breit gemacht und ich hätte noch ewig so weiter sitzen können. Bei den Alpakas, mitten im Pott und doch wo anders ❤

Wer jetzt auch eine Alpaka-Trekking-Tour machen möchte und  wer zufällig aus NRW (oder Umgebung) kommt, der sollte das bei Daniel und seiner kleinen, zauberhaften Farm tun. Für mich steht fest, dass ich das wieder machen möchte und werde! Übrigens gibt es die Farm auch bei Instagram – und zwar HIER.


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