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Häkel wild, bunt und wundervoll – ein Glossar (Werbung)

Am liebsten häkel ich Amigurumis – ich habe das Gefühl mich bei Amigurumis am meisten kreativ auszuleben, die meisten Möglichkeiten zu haben, am freiesten zu sein. Farbe, Form, Mimik, Größe – mit ein bisschen Geduld kann sich wirklich jede Vorstellung realisieren lassen. Trotz dieser Freiheit wusste ich nie etwas mit Garn anzufangen, das nicht für eine 2.5er Nadel geeignet ist und nicht aus 100% Baumwolle besteht; jedes Wollgeschäft (egal ob online oder in der Innenstadt) war für mich enttäuschen wenn es nicht 87236 Farben Baumwollgarn führte – egal wie hoch und voll die Regale waren, egal wie fluffig es sich angefühlt hat, egal wie schön die Farben waren – jeder Shoppingversuch endete mit diesem diffusen „Was-für-schöne-Wolle-schade-dass-ich-kein-Amigurumi-draus-machen-kann“-Gefühl. Jaja, Mützen, Pullis, Tücher, Decken – alles schön und gut, aber meine Sucht und meine Leidenschaft sind die Amigurumis.
Schluss damit! Es kann doch nicht sein, dass ich mich bis an das Ende meines (Häkel-)Lebens in die Baumwollegarnketten lege und mit großen, traurigen Augen an sämtlichen Wollknäulen vorbei gehe, weil ich ANGEBLICH nichts daraus machen kann!
Ich habe beschlossen, gegen dieses Gefühl zu kämpfen, damit diese tollen Garne ein Zuhause bei mir finden können. Ich habe mich immer wieder mit verschiedenen Häkelfreunden (aus der Familie, aus Geschäften, bei Instagram) unterhalten und viele von ihnen hatten dasselbe Problem wie ich – und auch bei ihnen lag schon das ein oder andere Knäuel,unverarbeitet und auf seinen großen Tag wartend, zuhause rum.
Grund genug, ein kleines, aber sehr feines Glossar anzufertigen – mit Garnen und Ideen war man daraus machen kann (und damit meine ich nicht nur Amigurumis):

1) STOCKHOLM von LANG YARNS
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Fangen wir ganz langsam an: Dieses Garn ist in der Verarbeitung dem Baumwollgarn sehr ähnlich, es häkelt sich schön leicht und ribbelt dabei nicht auf – und es fühlt sich verhäkelt viel fluffiger an, als im Knäuel selbst – die einzelnen Fäden wirken recht dünn, aber der Eindruck täuscht. Eine sehr coole Besonderheit dieses Garn ist „Trace your Yarn“ – man kann jedes Knäuel zurückverfolgen und so erfahren wo es hergestellt wurde und was genau passiert ist bevor aus dem Schaf auf der Weide dein Knäuel wurde ❤

Fakten: 50 Gramm/90 Meter Lauflänge, Nadelstärke 4,5 – 5,0 mm – größer und kleiner geht natürlich auch. Aber Achtung: Das Garn sieht viel dünner aus, als es tatsächlich ist. Es wird wirklich voluminös und flauschig. Schön finde ich, dass die Fäden sich nicht aufribbeln und man beim Häkeln nicht hängen bleibt – außerdem ist es filzfrei.
Was man daraus machen kann: Dadurch, dass es viele Farben gibt (allerdings keine knalligen) und so ziemlich jede Nadelstärke geht: ALLES. Ich habe Applikationen daraus gemacht – die gehen schnell und Beutel, Kleidung, Decken, lassen sich damit prima verzieren. Auch gut: Einfach mal eine Applikation auf ein Amigurumi nähen – das sieht so schön lieblich aus und noch persönlicher. Ich mag es generell mit verschiedenen Garntypen zu arbeiten, so wirken Details (Wangen, etc.) noch plastischer. Und wo wir schon bei Applikationen sind: Einfach ein Herzchen häkeln, dieses dann auf ein gehäkeltes Band nähen und mit Knopf oder Knoten wird das zum Armband. Wer es breiter (und schneller) mag, kann das Garn doppelt nehmen
Wer das schicke Allzweckgarn möchte, der kann HIER klicken.

2) FLUFFY von LALA BERLIN

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Der Name ist Programm!


Der Name ist Programm: es ist sehr, sehr fluffig und warm. Alle Knäule die man kaufen kann, sind meliert und sehen nach Tweed aus. Je nachdem was man häkelt (oder strickt) hat das Garn ein anderes Muster – jedes Knäuel an sich ist individuell. Erwähnte ich, dass es fluffig ist? Zugegeben, preislich ist diese Wolle etwas höher angesiedelt, allerdings reicht für viele kleine Projekte schon ein Knäuel – ich hab eine Mütze aus halben Stäbchen gehäkelt und hab noch ein wenig über.
Fakten: 42% Schurwolle, 18%Mohair (unbedingt googlen: Mohairziegen *hihi*), 19% Alpaka, 21% Polyamid und das alles bei einer Lauflänge von 130m bei 50g. Angegebene Nadelstärke: 5,5 mm – 6 mm – allerdings lässt sich das Garn sehr strecken und ziehen, sodass man auch eine 3 mm Nadel nehmen kann, wenn man will.
Was man daraus machen kann: Amigurumis. Okay – ganz ehrlich werden Amigurumis nicht klappen, das Garn ist immerhin meliert und viel zu fluffig und durchscheinend. Es sei denn, man nimmt ein einfarbiges Amigurumi mit wenigen Details. Ansonsten macht man daraus Stulpen für Arme oder Beine, einen kleinen Loop oder Amigurumi Haare oder Pullis. oder eine Mütze. Was man auch macht: es geht schnell!
Für Flauschigkeit bitte HIER drücken.

 

3) ARIO MERINO EXTRAFINE von LANG YARNS
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Ungelogen, sobald ich dieses Garn sehe denke ich an gebrannte Mandeln, Schnee, Schokofrüchte, Weihnachtsmarkt .. und ich sehe mich schon selbst in einem 30 (kein Tippfehler!) Meter langen Schal aus dieser Wolle stehen und im Hintergrund eine Eislaufbahn und in meiner Hand ein warmer Kakao .. es schreit einfach Winter!
Fakten: 66% Schurwolle, 29% Polyamid und 5% Viskose – zu häkeln mit der Nadelstärke 4,5 mm sagt die Banderolle – und ganz ehrlich, tu das nicht. Es sei denn du magst Bretter. Nimm um Himmels Willen eine größere Nadel, ich verspreche: es wird immer noch fluffig und wohlig-warm und hübsch! Das Garn gibt es in vielen herbstlichen und winterlichen Tönen und das ist auch gut so. Das ist kein Sommergarn. Bevor du in Euphorie verfällst: das Garn ist toll, keine Frage – aber die Maschen sind schwer sichtbar und die ersten zwei bis drei Runden sind ein kleiner Kampf. Man gewöhnt sich dran und dann klappt es wunderbar.
Was man daraus machen kann: Amigurumi Haare, Amigurumi Kleidung – allerings finde ich das persönlich viel zu schade. Schönheit ist natürlich subjektiv, Flauschigkeit allerdings nicht. Zeit, an sich selbst zu denken und einen Loop daraus zu machen, oder einen Schal, oder Stulpen oder einfach ein Pompom für die Mütze. Oder besagte Mütze.
Wer sofort loslegen möchte, klickt einmal HIER.

4) DOUDOU von LANG YARNS
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Als Kind habe ich mal eine Ente gerettet (eine dramatische Geschichte, ich erspare sie dir besser!). Ich hab sie mal meinem Mann erzählt und er hat mir daraufhin eine kleine, liegende Kuscheltier-Ente gekauft. Gelb und fluffig. Achtung, Achtung, es folgt eine Umleitung wie sie nicht hätte besser sein können: Als ich dieses Garn verhäkelt habe, musste ich an meine Ente (ich habe sie ganz kreativ „Enti“ getauft) denken und ich hatte den Eindruck mit Entendaunen zu häkeln. Das meine ich süßer als es jetzt klingen könnte 😀
Die Fakten: 100% Polyamid, empfohlene Nadelstärke 3,5 mm bis 4,0 mm – das kommt ganz gut hin. Du merkst, dass du die richtige Nadelstärke hast, wenn du den Grundfaden nicht siehst, aber es trotzdem weich und kuschelig ist. Achso: 50 Gramm / 155 Meter Lauflänge. Sei nicht verunsichert, wenn man die Maschen zu sehr erkennt; das Garn überdeckt das ganz gut. Nimm keine kleinere Nadel, das würde zu frummelig werden.
Was man daraus machen kann: Beim Anblick der Wolle hatte ich Amigurumis erstmal kategorisch ausgeschlossen, beim Häkeln habe ich allerdings gemerkt, dass man die Maschen wider Erwarten doch verhältnismäßig gut sehen kann (mit der richtigen Nadelstärke) – ich persönlich würde eine Ente daraus häkeln (mein Mann hat sofort eine gemacht), oder vielleicht ein Schnuffeltuch oder einen Waschlappen bzw ein Abschminktuch. Polyamidgarn ist so schön dankbar – es hält einiges aus und kann vielfältig verarbeitet werden. Prädikat: Nutzbar für alles.
Das Flauschgarn gibt es HIER.

 

Ich hoffe du kannst mit neu geöffneten Augen nach Wolle stöbern und ich hoffe, der Artikel hat dir ein wenig Orientierung geben können; sei mutig – häkel wild, bunt und wundervoll ❤
Falls dir noch ein Verwendungszweck für das Garn einfällt, hinterlasse mir sehr gerne ein paar Worte in der Kommentarspalte oder per Mail – ick freu mir ❤

Das Garn wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von meinFILATI

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