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Was tun, wenn die Häkellust schwindet?

Häkeln ist das tolste Hobby der Welt. Okay, ich wette, das sagen viele Leute über ihr Hobby. Also anders: Häkeln ist für mich das tollste Hobby der Welt. Und doch, hin und wieder vergeht mir die Lust aufs Häkeln. Dann sitze ich auf meinem sehr bequemen Sofa, starre auf mein Wollregal und durch mein Hirn weht ein kleiner Heuballen. Oder ich scrolle durch Pinterest oder durch Instagram und sehe all die tollen Sachen, die andere häkeln und designen und dann werde ich etwas wehmütig: Wieso will ich gerade nicht häkeln? Wieso macht mir das gerade keinen Spaß? Wieso spricht mich nichts so richtig an?
Es ist ein bisschen wie eine Mini-Depression: mir geht es so, dass die Wolle gar nicht mehr so verlockend erscheint und wenn ich daran denke ein Amigurumi mit x Einzteilem zu häkeln, vergeht mir plötzlich die Lust und ich bekomme es mit der Angst zu tun. War es das nun? Hat das Häkeln sich ausgehäkelt? Ist es wie in Beziehungen, dass man eines morgens aufwacht und merkt, dass der Menschen der da neben einem liegt wohl doch nicht der Partner fürs Leben ist (okay, okay, das ist eher filmisch, aber ich denke der Punkt wird klar ^^). Ich bekomme wirklich Angst. Davor, den Spaß an etwas zu verlieren, das ich doch so liebe. Davor, dass mein Hobby verschwindet und somit ein Teil meines Lebens: mein Blog, meine Wolle, all die lieben Menschen mit denen ich mich austausche und die schon zu Freunden geworden sind..
Mich sucht dann eine winzige Sinnkrise heim. Was macht man da? Nun, vorab: das Gefühl geht wieder weg. Ich verliebe mich wieder neu in die Handarbeit. Das Gefühl geht so schnell wieder wie es gekommen ist – es bleibt bei mir nur wenige Tage.
Woher sowas kommt? Puh, da müsste man einen Psychologen befragen. Ich habe mich das ehrlich gesagt nie gefragt, die Frage nach dem Warum ist meist sinnlos und führt nur in Sackgassen. Manchmal ist der Kopf einfach müde. Wichtig ist es, sich wieder klar zu machen, dass Häkeln ein Hobby ist und Entspannung kreiren soll – sich selbst Druck aufzubauen kann nur kontraproduktiv sein!
Aber was macht man um so eine Phase zu überstehen? Hier kommen meine Pro-Tipps:

  1. Radikale Akzeptanz. Eher ein Begriff aus der Psychotherapie, aber auch hier ganz nützlich: einfach akzeptieren, dass man gerade keinen Bock hat auf Wolle und frickeln. Ist halt so. Geht vorüber. Ich versuche mich nun nicht mehr zum Häkeln zu zwingen, ich akzeptiere die Situation so wie sie ist. Ich versuche nicht mehr, mich dagegen zu wehren und direkt meine ganze Existenz zu hinterfragen.
  2. Situation ist akzeptiert? Gut, dann höre ich in mich hinein. Worauf habe ich eigentlich Lust? Ist mir danach in ungesunder Position auf dem Sofa zu liegen und 10 Folgen dieser neuen, spannenden Serie zu schauen? Dann mach ich das. Ist mir nach Lesen? Gut, dann lese ich ein Buch. Andere Hobbies und Interessen werden ja nicht plötzlich weniger schön.
  3. Es kommt natürlich vor, dass ich bis gerade voll im Häkelmodus war und durch meine Mini-Sinnkrise bricht mir der Boden unter den Füßen weg (gar nicht dramatisch ausgedrückt, ich weiß, ich weiß..) und plötzlich weiß ich nicht, was ich mit mir und meienr Freizeit anfangen soll. Dann probiere ich etwas neues aus. Eine neue Handarbeit – so bin ich zum Beispiel wieder zum Stricken gekommen. Ich überlege mir, ob es etwas gibt auf das ich Lust habe oder schon länger hatte. Backen oder so. Auch wenn das dann doch nicht so viel Spaß bringt wie erhofft, ist es doch schön einfach mal was neues zu probieren und die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Oft bringt ein kleiner Wechsel auch neue Perspektiven.
  4. Abwarten, Tee trinken. Aber bitte nicht deprimiert und mürrisch. Einfach offen bleiben und Punk 1. beachten.

Vielleicht ist das alles nichts neues für dich, lieber Leser – aber vielleicht hilft das Wissen darum, dass man nicht alleine ist mit solchen Gedanken und Gefühlen. Wahre Liebe vergeht halt nicht einfach so ❤

 

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2 Kommentare zu „Was tun, wenn die Häkellust schwindet?

  1. Du schreibst immer so nette Beiträge, ich freue mich immer wieder, von dir zu lesen =)
    Ich bin ja auch total häkelwütig, schon seit Jahren, hatte aber noch nie so eine „Häkelkrise“. Kommt schon vor, dass ich mal ein paar Tage nicht zur Häkelnadel greife, aber ich hab das noch nie hinterfragt. Manchmal ist halt einfach nicht genug Zeit da oder auch Lust.
    Aber witzig, gerade jetzt von dir diesen Beitrag zu lesen, denn erst vor ein paar Tagen hab ich auch mal kurz drüber nachgedacht, was ich wohl mit meiner ganzen Freizeit anfangen würde, wenn ich plötzlich mit dem Häkeln aufhören würde! Öfter mal die Wohnung putzen? *gg* Ein neues Hobby? Kochen wäre doch sinnvoll, denn essen müssen wir alle, und von neu erworbenen Fähigkeiten in dieser Richtung hätte meine ganze Familie was! Aber dann fehlt eine Zutat und ich müsste extra wieder einkaufen fahren… Häkeln ist einfach ein tolles Hobby, weil es so „pflegeleicht“ ist! Wolle hält sich im Gegensatz zu Lebensmitteln und kann irgendwann verwendet werden, die Häkelarbeit kann mit zum Zahnarzt oder in die Arbeit genommen werden – wie würde das aussehen, wenn ich plötzlich in irgendeinem Wartezimmer Rührschüssel & Mixer auspacke? *lach* Nein nein, ich bleib schon beim Häkeln!

    LG Sandra

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  2. Auch ich hatte schon eine massiv lange Nicht-Häkel-Phase von fast einem Jahr! Dann war sie plötzlich wieder da, die Nadel in der Hand, das Garn, das sich um den Haltefinger (nennt man den so? Wahrscheinlich nicht…) schmiegt und seitdem habe ich beides quasi nicht wieder aus der Hand gelegt. Natürlich mache ich auch gerne andere Dinge wie das jüngst für mich entdeckte Spinnen. Aber Häkeln ist immer da. Und das ist gut zu wissen 🙂

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