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Tschüss, 2018 – du Jahr der Veränderung!

Es ist Mittag – die letzten Stunden des Jahres sind schon angebrochen und mancherorts auf der Welt ist sogar schon 2019. Hier, im Ruhrgbiet, allerdings noch nicht. Hier haben die Geschäfte noch auf und ein paar Jugendliche laufen durch die Straßen und Parks der Stadt und verböllern ihr Taschengeld. Dass das weit vor Mitternacht (und generell) eher Schwachsinn ist, ist ein Thema für sich. Aber zur Sache:

Nun sitze ich hier auf meinem Sofa, das Make-Up ist aufgetragen und am Ort meiner Silvesterfeier wurden die Dips fürs Raclette schon gemischt und das Gemüse ist klein geschnitten und wartet nur darauf, von uns gegessen zu werden. Ich habe noch Zeit und lasse mein Jahr etwas revue passieren. Was soll ich sagen? Es war ereignisreich. Sehr ereignisreich. Es war das Jahr der Veräderungen.
Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich kein großer Freund von Silvester bin. Ich halte nichts von dieser Tradition und dem Zwang auf irgendeine superschicke und übeteuerte Party zu gehen.  Ich bin der Meinung, dass es einen unfassbaren Druck gibt, das Jahr super fancy zu beenden. Das brauche ich nicht. Nichtsdestotrotz bin ich an diesem Abend gerne in Gesellschaft. Ob man will oder nicht – wenn die Nachbarn über einem und links und recht von einem Party machen fühlt man sich einsam, auch wenn man sich bewusst entschieden hat den Abend wie jeden anderen Abend zu verbringen.
Im Grunde ist Silvester auch kein besonderer Tag – die Jahreszahl ändert sich, der Kalender beginnt wieder von vorn.. viele machen sich Vorsätze fürs neue Jahr, sie wollen abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport machen, weniger Kaffee trinken – aber im Grunde hängen solche Entscheidungen nicht von einem Datum ab; Veränderung kommt von innen. Man kann jeden Tag mit dem Rauchen aufhören. Trotz allem verstehe ich die Aufregung um Silvester – es ist, ob man will oder nicht – wirklich ein Beginn. Ein neues Jahr beginnt, ein altes endet. Zeit, zurückzublicken und Zeit sich zu freuen auf das was kommt.

Irgendwie, ganz unbeabsichtig, ist in den letzten Jahren eine Silvestertradition bei mir entstanden. Eine Art Prophezeiung des neuen Jahres – bisher hat sich diese Prophezeiung auch immer bewarheitet. Das bedeutet nicht, dass ich in die Zukunft blicken kann und auch nicht, dass ich magische Kräfte habe (oder sowas). Um zu zeigen, was ich meine, hier einige Beispiele:
Silvester 2015: Ich war mit meinem damaligen Freund (der später mein Mann wurde) auf einer Party. Wir haben ein paar Böller gezündet – für mich das erste Mal und bevor der Böller losging, habe ich mich mit dem Feuerzeug und der Zündschnur an der Hand verbrannt. Schnell habe ich das Ding weggeworfen und bin wieder ins Haus um mir ein Kühlpack zu holen. Gut, dass das Teil nicht in meiner Hand explodiert ist – es gäbe diesen Blog wohl nicht.
Ich habe meinen Freund angeschaut und gesagt „pass auf, das wird das Jahr des Schmerzes!“ und; es wurde ein schmerzhaftes Jahr. Nur einige Tage später im Urlaub habe ich mir eine Verletzung am Fuß zugezogen, wenige Wochen danach hatte ich meine erste und sehr schmerzhafte Operation und im April 2016 habe ich mir einen Knochen gebrochen und ein Band im Fuß gerissen. Im Dezember 2016 folgte dann eine weitere Operation und ich habe mir aus Versehen die Augen so aufgekratzt, dass ich an Heiligabend mit einer Augenklappe und Wundsalbe am Tisch saß. Was die Gesundheit betrifft, war 2016 echt kein gutes Jahr. Und weil ich so frisch operiert und echt bemitleidenswert war, haben mein Partner und ich Silvester 2016 zuhause gefeiert: Wir haben beide beschlossen bis zum Jahresende die Raucherei sein lassen und wie das halt so ist bei uns Menschen, haben wir es rausgezögert bis zum geht nicht mehr und so haben wir die Pafferei am Silvesterabend 2016 sein lassen. Und wie es halt so ist, waren wir furchtbar zickig. Zum einen fielen nun die Zigaretten weg, zum anderen war ich noch in meinem eigenen Selbstmitleid baden und dann kamen noch einige Kleinigkeiten hinzu – wir haben uns jedenfalls fürchterlich angezickt und waren schrecklich genervt voneinander. Kurz vor dem großen Feuerwerk habe ich ihn angeschaut und meinte nur „Bitte .. lass das nur nicht das Jahr des Streits werden!“ – nun, es erübrigt sich zu sagen, dass es das Jahr des Streits wurde, oder? Wir haben gestritten und das oft und über alles. Rückblickend kann ich nicht mal mehr sagen was genau schief gelaufen ist, ich kann nur sagen, dass viel schief gelaufen ist und die Beziehung einen ordentlichen (und nun weiß ich: irreparablen) Schaden genommen hat. 2017 war in dieser Hinsicht ein schreckliches Jahr. Aber hey: es kam der Silvesterabend 2017: wir haben uns berappelt. Zumindest so sehr, dass wir nicht mehr permanent streiten. Silvester feiern wir wieder zuhause. Es gibt Schokofondue, Tee und Wolle. Ein entspannter Abend. Zum Feuerwerk verlassen wir das Haus und schauen Richtung Innenstadt. Wir haben beide die Schnauze voll von der Steiterei und beschließen, dass das Jahr 2018 das Jahr der Veränderung sein soll. Eigentlich recht schön, wie ich finde.
Das Jahr 2018 wurde auch das Jahr der Veränderung. Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass sich in keinem meiner Jahre auf diesem Planten so extrem viel verändert hat. Ich hatte mir zwar Ende 2017 gewünscht, dass es sich verändert, aber ich hatte damit ursprünglich eine andere Richtung gemeint. Ich hatte anfangs gehofft, dass mein Partner und ich uns berappeln. Dass wir wieder in eine Richtung gehen und Liebe wieder aufblüht. Aber da war ja was: der Schaden, er eben nicht mehr zu reparieren ist. Bei einem Herzinfarkt hilft kein Pflaster und der Wunsch und klägliche Versuch war der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Da kam dann auch die erste krasse Veränderung des Jahres: ich habe mich von meinem Partner getrennt. Ich habe in der Zeit vorher wieder alte Freundschaften aufblühen lassen und dieses Wissen, dass ich nicht so allein bin wie ich dachte hat mir sehr geholfen diesen Schritt zu gehen und durchzustehen. Nach der Trennung folgten ganz viele weitere Veränderungen: ich bin aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen und wieder in meine Heimatstadt gegangen. Ich habe viele neue Menschen in meiner Nachbarschaft kennengelernt, meinen Freundeskreis vergrößert, habe angefangen mein Abitur nachzuholen und bin viel gereist. Ich habe meine erste Veröffentlichung in meinem Magazin bekommen – das ist ein großer Meilenstein für mich gewesen.
Die allergrößte Veränderung hat aber in mir selbst stattgefunden – denn sonst wäre all das nicht so gekommen wie es gekommen ist. Ich habe gelernt mich selbst und meine Gefühle anzunehmen, ich habe gelernt meine Bedürfnisse zu schätzen und ich habe gelernt, dass man besser allein und glücklich ist anstatt zu zweit und unglücklich. In diesem Jahr hat sich so viel getan – ich habe so viel geweint und gleichzeitig so viel gelacht wie schon ewig nicht mehr. Ich glaube, ich bin in diesem Jahr gewachsen. Ich glaube, ich habe einen riesigen Schritt in die richtige Richtung gemacht und auch wenn ich nicht weiß wohin ich genau will, habe ich gelernt, was ich nie wieder will. Das Schlechte und Schlimme in diesem Jahr war sehr schlecht und schlimm, aber das Gute war auch verdammt gut. Im Grunde war dieses Jahr eher gut als schlecht und ich freue mich hier zu sein.
Und so hat sich wieder eine magische Prophezeiung erfüllt und ich habe vorherbestimmt wie mein Jahr laufen wird. Ich glaube nicht, dass das an der letzten Tat des Vorjahres liegt und ich glaube auch nicht, dass das an einer Selbsterfüllenden Prophezeiung liegt. Ich glaube, ich habe mein Augenmerk nur besonders auf bestimmte Dinge fokussiert. Ich hätte am Silvesterabend 2017 genauso gut sagen können, dass 2018 das Jahr der Freundschaft wird. Es wäre nicht anders gekommen. Ich hätte mich trotzdem getrennt. Ich wäre trotzdem umgezogen. Der Gedanke, dass es an mir liegt wie mein Jahr wird, ist gut. Ich habe meine Zukunft selbst in der Hand und ich bestimme welchen Weg ich gehen will.
Und nun sitze ich hier auf meinem Sofa, die Uhr tickt, das Jahr liegt in den letzten Zügen. Seit Tagen überlege ich mir schon, wie mein Jahr 2019 werden soll. Ein Jahr des Erfolgs wäre schön. Ein Jahr des Glücks. Oder einfach: ein Jahr des Seelenfriedens. Das gab es nämlich lang nicht mehr. ❤

Meine lieben Leser, die ihr mich hier dieses Jahr begleitet habt: danke für all eure Unterstützung, für jeden Kommentar, Like und Share. Danke für die tolle Kommunikation und für den Austausch. Ich wünsche jedem von euch nur das Beste im kommenden Jahr. Macht das neue Jahr zu eurem Jahr. Erfüllt euch eure Wünsche, seid an jedem Tag froh auf der Welt zu sein. Ich wünsch euch alles, alles Liebe.
Bis ganz bald – eure Martyna ❤

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4 Kommentare zu „Tschüss, 2018 – du Jahr der Veränderung!

  1. Liebe Martyna,
    Veränderungen sind nie leicht. Nie. Man weiß einfach nicht, in welche Richtung eine Veränderung führen kann. Aber (und davon bin ich überzeugt) Veränderung kann was Großartiges sein. Du bist großartig. Und ich freue mich auf eine tolles Neues Jahr mit dir. 😘

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